Israel
Internationale Freiwilligendienste fur unterschiedliche Lebensphasen

IFL

IFL (internationaler Freiwilligendienst): Neue Formen des freiwilligen Engagements für alle Altersgruppen.

Internationale Freiwilligendienste

Ziele des IFL: Gesellschaft Impulse geben, Menschen mobilisieren, Solidarität und Zivilcourage zu einer Selbstverständlichkeit machen.

generationsübergreifend Freiwilligendienst für Ältere / Senioren

generationsübergreifend Ausrichtung: wo in den üblichen Formen der Freiwilligendienst die Altersgruppen für gewöhnlich unter sich bleiben und stets die junge Generation überwiegt, steht dieser Dienst Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen offen.

Ausland freiwillig Arbeiten / freiwilliges Engagement

Die Freiwilligen können sich weltweit (derzeit in 28 Ländern) engagieren – ob für Frieden und Menschenrechte, für Gesundheit, Kultur und Bildung, für soziale Gerechtigkeit, Integration oder den Schutz der Natur.

Sabbatjahr, Sabbatical

Wer sich für ein konkretes Projekt interessiert, sollte sich mit den entsendenden Organisationen selbst in Verbindung setzen, ebenso bei Fragen zur Finanzierung, zur Versicherung, zur Vor- und Nachbereitung etc. Bewerbungsunterlagen sollten einige Angaben zur Person (Alter, Ausbildung, Erfahrungen etc.), eine Beschreibung Ihrer Vorstellungen (Dauer des Dienstes, Tätigkeitsfeld, Land etc.) sowie ein kurzes Motivationsschreiben enthalten.

21.01.10 09:28 Alter: 8 Jahr/e

Tansania Sara, 34, mit SCI in Tansania, Aufforstung und Arbeit mit Kindern im Workcamp in Mwanga, Kilimanjaro

 

Am 31. Oktober 2008 flog ich von Frankfurt über Doha nach Dar es Salaam (Stadt an der Ostküste Tanzanias). Am Flughafen ließ ich mich von Edson per Taxi abholen, denn meine Ankunftszeit war zu knapp, um selbst den Weg zum zentralen Treffpunkt (Jugendherberge in der Innenstadt) anzutreten. Außerdem war es wesentlich leichter mit all dem Gepäck. Wir fuhren dann auch gleich direkt zum UVIKIUTA-Center, das etwas außerhalb von Dar es Salaam liegt. Dort empfing mich Julieth, eine der tansanischen Leader meines Camps und zeigte mir den Schlafraum und die Küche. Von den anderen Volunteers waren einige schon da, andere waren auch noch unterwegs. Am Abend trafen wir uns alle, aßen Abendbrot und lernten uns kennen.

Am Samstag, den 1. November 2008, mussten wir schon um 5 Uhr aufstehen, weil wir eine lange Reise vor uns hatten. Unser Workcamp, das in Mwanga stattfinden sollte, lag ca. 700 km westlich ins Landesinnere von Dar es Salaam entfernt. Zunächst starteten wir mit einem privaten Kleinbus zum zentralen Busstation in Dar es Salaam. Von dort aus ging es zusammen mit vielen anderen Tanzaniern in einem großen Reisebus nach Mwanga (es liegt auf der Hauptstraße in der Nähe von Arusha). Es war eine lange Fahrt, aber sehr bequem und sehr interessant, weil man viel von der Landschaft zu sehen bekam.

Um 16:30 Uhr erreichten wir Mwanga und zogen in unser schönes, kleines Haus ein, das nun für zwei Wochen unsere Unterkunft sein sollte. Es lag oberhalb des Dorfes auf einem kleinen Berg. Das Haus bot Platz für uns zwanzig Leute: zwei Mädchenschlafräume und ein Jungenschlafraum. Ich schlief zusammen mit fünf anderen Mädchen. Wir bezogen unsere Zimmer, richteten uns ein, postierten unsere Moskitonetze, ...

Am nächsten Tag, es war Sonntag, hatten wir unseren „accomondation day“. Dieser Tag war sehr gut, denn wir lernten uns nun näher kennen und wurden auch in die wichtigsten Regeln eingewiesen. Zudem erarbeiteten wir unser zweiwöchiges Workcamp-Programm. Unsere Gruppe bestand insgesamt aus 18 Leuten: sechs Tanzanier, vier Irländer, drei Süd-Koreaner, einem Belgier, einem Italiener, einem Spanier, einem Mädchen aus den USA und ich aus Deutschland. Es war ein sehr „gutes Mischungsverhältnis“ aus Jungen und Mädchen.

Unser Tagesablauf in den nächsten zwei Wochen bestand darin, dass wir meist gegen 6:15 Uhr aufstanden (in Afrika beginnt der Tag sehr früh, er endet aber auch viel früher). Um 7 Uhr gab es Frühstück. Von 8 bis 10:30 Uhr pflanzten wir Bäume bzw. gruben die dafür nötigen Löcher! Das Graben der Löcher war die Hauptbeschäftigung, die auch sehr schweißtreibend war, denn die Löcher mussten ca. 60 cm tief sen und der Durchmesser 60 cm betragen. Bei der trockenen, harten Erde eine sehr anstrengende Arbeit. Hier teilte sich die Gruppe auch etwas ...

Um 13 Uhr gab es täglich Mittagessen. Danach hatten wir meist ein kurzes Meeting, um über die Sportaktivitäten des Tages zu sprechen. In der ersten Woche klappte die Organisation der Sportaktivitäten besser, in der zweiten Woche ließ dies leider etwas nach ...Um 14:30 Uhr machten wir uns dann alle zusammen auf zum Sportplatz. Wir mussten ca. 15 Minuten den Berg runter zur Sportstätte laufen, aber wir wurden meist schon auf dem Weg von wartenden Kindern empfangen, die einfach nur glücklich waren, wenn sie einen Ball in ihren Händen hielten und mit Einem Ball spielen konnten.

Von 15 bis 18 Uhr machten wir dann unter der Woche täglich Sport mit ca. 200 Kindern. Es waren so viele! Die „Schwierigkeit“ war die Anzahl der Kinder (in einer Gruppe hatten wir meistens 40 Kinder), aber es klappte erstaunlich gut. Die Sprache war Suhaeli, ein bisschen Englisch und der Rest erfolgte mit Händen und Füßen, einem Lächeln und einem Ball! Leider hatten wir nur 16 Bälle, die wir selbst mitgebracht bzw. selbst gekauft hatten. Dies war ein Umstand, der wirklich sehr schade war. Es war keinerlei Material vorhanden. Die Schulen hatten wohl auch keinerlei Ausrüstung für uns. So mussten wir eine Menge improvisieren, aber es funktionierte.

Wir hatten entschieden, die 200 Kinder in Jungen und Mädchen zu unterteilen. Das war auch gut so. In der ersten Woche hatte ich Mädchen, in der zweiten Woche Jungen. Ich machte in den zwei Wochen Spiele und Fußball. Insgesamt boten wir folgende Sportarten an: Basketball, Volleyball, Netball, Fußball und Spiele (hier machten wir allerlei Spiele, bei denen man nicht viel Ausrüstung – außer ein paar Plastikflaschen oder einen Ball – braucht). Wir spielten Fangspiele, „Hühner-Kampf“, ...

Wir hatten eine Menge Spaß mit den Kindern. Die Mädchen waren anfangs etwas schüchtern, aber das legte sich sehr schnell. Leider konnten wir alle nicht genügend Suhaeli, um richtig mit den Kindern zu kommunizieren zu können.

Die Gruppen teilten wir so ein, dass immer ein Tanzanier und ein „Ausländer“ die Sportgruppe leiteten. So bekamen wir einerseits das Sprachproblem in den Griff und andererseits hatten wir mehr Erfahrung in dem Organisieren von Sportaktivitäten. Diese Einteilung klappte solange sehr gut bis wir das Problem mit der Malaria bekamen (leider bekamen fünf aus unserer Gruppe Malaria), so dass wir in der zweiten Woche auch alleine mit 40 Kindern auskommen mussten.

Nach dem Sport gingen wir nach Hause, duschten, aßen um 19 Uhr Abendbrot. Jeder von uns war immer sehr hungrig. Mama Selina kochte jeden Tag für uns. Abends hatten wir dann meistens „cultural night“. Jeder der Volunteers stellte an einem Abend sein Land ausgiebig vor. Wir hatten sehr viel Spaß.

Von 22:30 Uhr bis 0:00 Uhr machte Jeder, was er wollte. Einige gingen früh zu Bett. Andere redeten noch, lasen, spielten oder schrieben.

Am ersten Wochenende machten einige unseres Camps und ich eine organisierte Safari-Reise (zusammen mit ein paar anderen Leuten aus dem anderen Camp, die zwei Wochen Bäume pflanzten). Unsere Safari führte uns erst in den Tangire National Park (am Samstag) und in den Ngorogoro Conservation Park (am Sonntag).

Diese zwei Tage kosteten 350 US $ (einen Teil davon zahlten wir für die Tanzanier, von denen auch einige mitgingen, mit – es wurde aber nie darüber gesprochen). Die Sache mit dem Geld ist etwas, was ich wirklich als negativ empfand, denn es wurde nie richtig darüber gesprochen, aber wir haben meist für die Tanzanier mitbezahlt. Das ist ja im Grunde genommen „kein Problem“, es sollte aber kommuniziert werden. Genauso wie Organisieren nicht die Stärke der Tanzanier ist – vieles erfuhren wir nur, weil wir nachfragten oder selbst einfach organisierten!

Dieses Wochenende hat sich wirklich gelohnt, denn wir haben eine geniale Landschaft gesehen und – fast alle – Tiere gesehen, die man sich vorstellen kann. Vor allem der Ngorogoro-Krater war so beeindruckend, dass keinerlei Foto davon erzählen kann. Man muss es selbst gesehen haben.

An zwei Vormittagen der Woche besuchten wir tansanische Wochenmärkte. Der eine war direkt bei uns im Dorf. Dort gab es sämliche Lebensmittel, vor allem Früchte (Bananen, Ananas,...), Töpfe, Radios, Kleidung und Stoffe. Zum zweiten Markt fuhren wir mit dem Kleinbus ca. 20 km entfernt von Mwanga. Es war der Massai-Markt, auf dem die Massais vor allem ihre Tiere zum Kauf anboten. Es war sehr interessant. Einmal besuchten wir auch eine Schule. Dort herrschen wirklich andere Verhältnisse!

Am letzten Tag unseres Campaufenthalts machten wir „Olympia“ für die Kinder. Wir ließen sie in den einzelnen Sportarten gegeneinander spielen. Ich spielte Fußball mit den Jungen, die 10 – 11 Jahre alt waren. Ich machte Länderteams und Spanien gewann alle Spiele. Für die Gewinner hatten wir ein paar Geschenke. Sie waren so glücklich. Es war fantastisch. Selbst über Luftballons, von denen ich so gerne noch mehr mitgebracht hätte, freuten sie sich riesig.

Am 15. November 2008 war uns Workcamp auch schon wieder zu Ende. Zwei Wochen mit vielen Erlebnissen und viel Spaß lagen hinter uns. Wir waren wirklich eine tolle Gruppe.

Jeder war nun wieder auf sich selbst gestellt. Die meisten hatten nun noch Urlaub vor sich. Ich hatte noch Zeit bis zum 18. November, ehe mein Flug zurück ging. So machte ich mich, zusammen mit zwei neuen Freundinnen aus Südkorea, mit dem Bus nach Dar es Salaam auf. Dort verbrachten wir zusammen noch ein paar entspannende Tage, fuhren Dalla Dalla (öffentlicher Kleinbus, in den jede Menge Leute passen!), relaxten und badeten im Indischen Ozean.