Internationale Freiwilligendienste fur unterschiedliche Lebensphasen

IFL

IFL (internationaler Freiwilligendienst): Neue Formen des freiwilligen Engagements für alle Altersgruppen.

Internationale Freiwilligendienste

Ziele des IFL: Gesellschaft Impulse geben, Menschen mobilisieren, Solidarität und Zivilcourage zu einer Selbstverständlichkeit machen.

generationsübergreifend Freiwilligendienst für Ältere / Senioren

generationsübergreifend Ausrichtung: wo in den üblichen Formen der Freiwilligendienst die Altersgruppen für gewöhnlich unter sich bleiben und stets die junge Generation überwiegt, steht dieser Dienst Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen offen.

Ausland freiwillig Arbeiten / freiwilliges Engagement

Die Freiwilligen können sich weltweit (derzeit in 28 Ländern) engagieren – ob für Frieden und Menschenrechte, für Gesundheit, Kultur und Bildung, für soziale Gerechtigkeit, Integration oder den Schutz der Natur.

Sabbatjahr, Sabbatical

Wer sich für ein konkretes Projekt interessiert, sollte sich mit den entsendenden Organisationen selbst in Verbindung setzen, ebenso bei Fragen zur Finanzierung, zur Versicherung, zur Vor- und Nachbereitung etc. Bewerbungsunterlagen sollten einige Angaben zur Person (Alter, Ausbildung, Erfahrungen etc.), eine Beschreibung Ihrer Vorstellungen (Dauer des Dienstes, Tätigkeitsfeld, Land etc.) sowie ein kurzes Motivationsschreiben enthalten.

20.01.10 15:15 Alter: 8 Jahr/e

Kenia Kerstin, 30, mit SCI in Kenia, Aufklärungsarbeit zum Thema HIV/Aids im Workcamp in der Nyanza-Region

 

Team und Aufgaben

Unser Workcamp befand sich in einer abgelegenen Region am Lake Viktoria, im Südwesten von Kenia, 9h Busstunden entfernt von Nairobi. Unser Aufgaben waren geteilt in einerseits körperliche Arbeiten und andererseits Diskussionsrunden zum Thema HIV / AIDS. Dies alles fand statt in der örtlichen Grundschule der 1.000 Einwohner Gemeinde Kamegere. Unser Team bestand insgesamt aus 13 Personen, wobei die internationalen Teilnehmer in der Minderheit waren. Neben mir als einzige Deutsche nahmen noch eine Amerikanerin und zwei Belgier teil, die anderen 9 Personen stammten aus Kenia. Die Hauptaufgaben bestanden darin zum einen den Zaun um die Grundschule auszubessern und die Pit Latrinen für die Schüler zu erneuern. Besonders die Latrinen waren wichtig, da es neben der vorher mangelnden Hygiene für die Kleinen zu gefährlich war auf Toilette zu gehen, da die Löcher so groß waren, dass die Kinder hätten reinfallen können. Neben der körperlichen Arbeit, die am Vormittag stattfand, wurde wir auch in den Schulbetrieb mit einbezogen und konnten in einigen Fächern mit unterrichten. Der Unterricht und die Diskussionen mit den Eltern und Kinder zum Thema HIV / AIDS fanden am Nachmittag statt. Dieses Thema war nicht leicht. Die HIV / AIDS Rate in dieser Region beträgt 20%, aber nur wenige Fälle sind wirklich bekannt. Die Menschen fürchten sich vor sozialer Isolation und möchten nicht, dass die anderen Gemeindemitglieder erfahren, dass die Betroffenen HIV positiv sind. Auch die Vorstellung über den HIV Virus, was dies eigentlich ist und wie die Übertragung ist, war nicht allen wirklich klar. Dadurch dass man den Virus nicht sieht, fehlte das Gefühl für dessen Gefahr. Besondere Hürden gab es bei dem Thema Übertragung durch Sex, denn kaum einer traute sich die Dinge offen anzusprechen, sondern Sex wurde abstrahiert, so dass es schwierig wurde, den Menschen wirklich begreiflich zu machen, wann die Übertragung stattfindet und es eben nicht ausreicht, wenn man beispielsweise zusammen badet. Je abstrakter die Menschen davon sprechen, desto größer werden die Missverständnisse und desto geringer sind die Chancen etwas zu bewegen. Auch ich musste mich zunächst überwinden, bevor ich den Männern und Frauen im Detail erklären konnte, wie man ein Kondom anwendet. Wenn man die Sachen beim Namen nennt und auch die Frauen darin bestärkt, dass auch sie Einfluss auf Verhütung haben können und dies nicht Männersache ist, kann man viel erreichen. An dieser Stelle ist allerdings noch viel Aufklärungsarbeit zu tun.

Organisation und Unterbringung

In der Gemeinde in Kamgere waren wir in einem Haus untergebracht, dass leider weder Inventar, noch Strom, Toiletten oder fließendes Wasser hatte. Darauf waren wir ja vorbereitet, so dass dies keine große Überraschung gab. In der Gruppe haben wir uns so organisiert, dass wir noch einmal in Teams eingeteilt waren, die sich entweder um das Essen, Entertainment oder um die anfallenden Arbeiten im Haus kümmern mussten. Eine völlig neue Erfahrung war auch unsere Küche, die aus Lagerfeuer und Blechtöpfen bestanden hat, so dass das Kochen inklusive vorher Feuerholz sammeln und das Feuer am Brennen zu halten, ein echtes Abenteuer war. Unser Tag begann morgens um 7h mit Frühstück (sei denn man war im Küchenteam, dann war man schon um 6h zur Stelle) und um 8h bevor es so richtig heiß wurde, waren wir bereits an der Arbeit. In den heißesten Stunden am Mittag durften wir uns ausruhen, bevor es am Nachmittag dann in den Unterricht und zu den Diskussionen ging. Der Abend endete mit einem gemütlichen Zusammensitzen und einer Abschlussbesprechung, bevor man dann todmüde auf die Isomatratze gefallen ist.

Erfahrungen

Das Workcamp war ein super Möglichkeit Kenia, seine Kultur, die Menschen und die Sorgen und Hoffnungen hautnah zu erleben und dabei auch noch anderen zu helfen. Intensiver kann man ein Land gar nicht erleben und man nimmt viele bleibende Eindrücke und Kontakte mit nach Hause. Emotional und körperlich war es nicht immer einfach. Durch die Nähe zum Lake Viktoria hatten wir zwar immer genügend Wasser, welches aber mit Bilharziose-Würmern verschmutzt war, die bei Kontakt in den Körper dringen. Leider konnte nicht sichergestellt werden, dass das Wasser entsprechend für uns aufbereitet wurde, so dass ich mit erheblichen Magenproblemen zu kämpfen hatte. Dies war aber die einzige Sache, die organisatorisch besser hätte laufen können. Ansonsten wurde sich immer super um uns gekümmert. Emotional war es nicht immer leicht die Armut mit anzusehen und man musste einen Weg finden damit umzugehen. Mich verleitet es dazu noch mehr in Sachen Kenia und Afrika zu tun und ich werde sicher noch mal nach Kenia und in die Gemeinde zurückkehren.