Internationale Freiwilligendienste fur unterschiedliche Lebensphasen

IFL

IFL (internationaler Freiwilligendienst): Neue Formen des freiwilligen Engagements für alle Altersgruppen.

Internationale Freiwilligendienste

Ziele des IFL: Gesellschaft Impulse geben, Menschen mobilisieren, Solidarität und Zivilcourage zu einer Selbstverständlichkeit machen.

generationsübergreifend Freiwilligendienst für Ältere / Senioren

generationsübergreifend Ausrichtung: wo in den üblichen Formen der Freiwilligendienst die Altersgruppen für gewöhnlich unter sich bleiben und stets die junge Generation überwiegt, steht dieser Dienst Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen offen.

Ausland freiwillig Arbeiten / freiwilliges Engagement

Die Freiwilligen können sich weltweit (derzeit in 28 Ländern) engagieren – ob für Frieden und Menschenrechte, für Gesundheit, Kultur und Bildung, für soziale Gerechtigkeit, Integration oder den Schutz der Natur.

Sabbatjahr, Sabbatical

Wer sich für ein konkretes Projekt interessiert, sollte sich mit den entsendenden Organisationen selbst in Verbindung setzen, ebenso bei Fragen zur Finanzierung, zur Versicherung, zur Vor- und Nachbereitung etc. Bewerbungsunterlagen sollten einige Angaben zur Person (Alter, Ausbildung, Erfahrungen etc.), eine Beschreibung Ihrer Vorstellungen (Dauer des Dienstes, Tätigkeitsfeld, Land etc.) sowie ein kurzes Motivationsschreiben enthalten.

21.01.10 10:35 Alter: 8 Jahr/e

Tansania Silke, 32, mit SCI in Tansania, Müllsammelprojekt und Mangrovenaufforstung im Workcamp in Fuoni, Zansibar

 

Nach dem Vorbereitungswochenende des SCI und email-Kontakt mit der Partnerorganisation Uvikiuta bestieg ich das Flugzeug nach Dar es Salaam. Geplant war am 20.11.09 um 14.00 Uhr am ausgemachten Treffpunkt in Dar es Salaam zu sein, um von Robert von Uvikiuta in Empfang genommen zu werden. Leider machte die Fluggesellschaft mir einen Strich durch die Rechnung und ich kam erst Stunden später in Dar an. Nachdem ich von Nairobi aus telefonieren konnte, wurde ich sogar von Uvikiuta am Flughafen in Empfang genommen. Also trotz anfänglichem Chaos ein guter Start.

Die erste Nacht sollten wir bei Uvikiuta verbringen, um dann früh morgens mit der Fähre nach Zanzibar überzusetzen. Nach den Formalitäten im Büro konnte ich dann auch einen Teil der Gruppe treffen. Die Campleiter und weitere Gruppenmitglieder waren bereits auf Zanzibar bzw. sollten wir an der Fähre am anderen Morgen treffen.

Unsere Gruppe war recht international. Neben unseren beiden Campleitern Lawrence und Eddy, waren da Julie, Hye-Ji und Maverick aus Korea, Clare aus Irland, Adrienne aus den USA, Jackson, Joseph, Fortunate, Mmanga, Kamisi aus Tanzania, Filomena aus Italien, Amaya aus Spanien und Celeste aus Großbritanien. Und natürlich Mariam von Uvikiuta, die für unser leibliches Wohl sorgen sollte.

Am nächsten Morgen mussten wir dann furchtbar früh zur Fähre und mit Sack und Pack auf das Schiff. Wir waren jetzt auch fast komplett bis auf Adrienne, Clare und Maverick, die bereits auf Zanzibar waren und auch schon zwei workcamps bei Uvikiuta gemacht hatten. Und natürlich unsere Campleiter, die mit Vorbereitungen auf Zanzibar beschäftigt waren.

Blick auf Dar es Salaam Mit dem Bus fuhren wir dann –mittlerweile komplett- nach Fuoni um unser neues Domizil zu beziehen. Wir hatten wirklich Glück mit unserer Unterkunft. Wir waren in einem Neubau untergebracht, der zwar noch nicht ganz fertiggestellt war, aber für das Dorf Fuoni fast schon ein Palast war. Wir hatten zwar kein fließendes Wasser, aber alles war neu und wir konnten unser Lager aufschlagen.

An diesem ersten Tag bekamen wir eine Einführung über Uvikiuta und unsere Arbeit auf Zanzibar. Mittlerweile war auch Ben von Uvikiuta eingetroffen, der mit den Dorfbewohnern das Projekt besprechen und eine offizielle Eröffnungsveranstaltung organisieren wollte. Neben dem ersten Kennenlernen stellten wir gemeinsam unsere Campregeln auf. Unsere Arbeit bestand darin an unterschiedlichen Orten Müll auf der Strasse aufzusammeln und möglichst mit den Dorfbewohnern ins Gespräch zu kommen und über das offensichtliche Müllproblem zu diskutieren. Schon am ersten Arbeitstag wurde klar, dass Gespräche mit den Dorfbewohnern meist an der Sprachbarriere scheiterten. Die Leute waren interessiert, bzw. irritiert, weil wir mit großen Mülltüten durch die Gegend liefen und Plastiktüten einsammelten, aber wir brauchten fast immer Übersetzer, um in Kontakt zu kommen und unsere Arbeit zu erklären.

Auch innerhalb der Gruppe wurde unsere Arbeit kontrovers diskutiert. Wir besichtigten die überfüllten Müllhalden und der Müll, den wir sammelten wurde oft an Ort und Stelle verbrannt, wodurch beißender und ätzender Rauch entstand. Viele Leute freuten sich und arbeiteten spontan mit, aber ebenso viele forderten, dass die Regierung sich um das Problem kümmern soll, da sie schließlich Steuern für die Müllbeseitigung zahlen. Die Arbeit begann früh morgens. Zum Mittagessen waren wir wieder in unserer Unterkunft und nachmittags sollten Diskussionsrunden stattfinden, die aber oft aus organisatorischen Gründen nicht stattfanden.

Einen Vormittag pflanzten wir Bäume entlang einer Strasse. An einem anderen Tag reinigten wir eine Quelle in einem Dorf. Für alle neu war das Aufforsten von Mangroven, da wir alle nicht viel über dieses komplexe Ökosystem wussten.

Mangrovenaufforstung

Neben unserer Arbeit war das Zusammenleben im Camp eine spannende Herausforderung.Wir mussten uns mit unseren unterschiedlichen Erwartungen aufeinander abstimmen und unser Zusammenleben organisieren. Unterstützt wurden wir von unseren Campleitern und von Mariam, die für unser leibliches Wohl sorgte.

Am Wochenende organisierten wir Ausflüge, an denen alle teilnahmen. Wir machten die Spicetour, fuhren zu Stränden und in einen Naturpark. Nachmittags hatten wir auch oft die Möglichkeit schwimmen zu gehen oder nach Stonetown zu fahren.

Wochenendprogramm

Abends fanden die culture nights statt. Durch die Berichte aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen kamen viele Gespräche zustande, die ich als sehr wichtig empfunden habe. Allein durch das enge Zusammensein habe ich viel gelernt. Jede Gruppe entwickelt eine eigene Dynamik, besonders spannend ist es, wenn eine Gruppe zusammenkommt, in der die Teilnehmer so unterschiedliche Hintergründe mitbringen.

Natürlich gab es Konflikte. Wir mussten uns oft in Geduld üben und lernen, dass Wartezeit keine verlorene Zeit ist und unsere Ungeduld an der Situation nichts ändert. Auch wurde oft daran erinnert, dass die Campsprache Englisch ist und zu viel Swahili gesprochen wurde. Einige Teilnehmer hatten mit Krankheit zu kämpfen oder mit der Hitze.

Als Zusammenfassung kann ich nur sagen, ich habe nichts vermisst und würde es wieder tun. Es war anstrengend und interessant und wir haben viel gelacht. Zu einigen der Telnehmer habe ich auch nach Monaten Kontakt. Ich habe viel gelernt bei diesem Aufenthalt, über Zanzibar und Tansania, über unterschiedliche Kulturen, aber auch über mich und mein Verhalten in der Gruppe.