Küche in Spanien
Internationale Freiwilligendienste fur unterschiedliche Lebensphasen

IFL

IFL (internationaler Freiwilligendienst): Neue Formen des freiwilligen Engagements für alle Altersgruppen.

Internationale Freiwilligendienste

Ziele des IFL: Gesellschaft Impulse geben, Menschen mobilisieren, Solidarität und Zivilcourage zu einer Selbstverständlichkeit machen.

generationsübergreifend Freiwilligendienst für Ältere / Senioren

generationsübergreifend Ausrichtung: wo in den üblichen Formen der Freiwilligendienst die Altersgruppen für gewöhnlich unter sich bleiben und stets die junge Generation überwiegt, steht dieser Dienst Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen offen.

Ausland freiwillig Arbeiten / freiwilliges Engagement

Die Freiwilligen können sich weltweit (derzeit in 28 Ländern) engagieren – ob für Frieden und Menschenrechte, für Gesundheit, Kultur und Bildung, für soziale Gerechtigkeit, Integration oder den Schutz der Natur.

Sabbatjahr, Sabbatical

Wer sich für ein konkretes Projekt interessiert, sollte sich mit den entsendenden Organisationen selbst in Verbindung setzen, ebenso bei Fragen zur Finanzierung, zur Versicherung, zur Vor- und Nachbereitung etc. Bewerbungsunterlagen sollten einige Angaben zur Person (Alter, Ausbildung, Erfahrungen etc.), eine Beschreibung Ihrer Vorstellungen (Dauer des Dienstes, Tätigkeitsfeld, Land etc.) sowie ein kurzes Motivationsschreiben enthalten.

19.01.10 16:01 Alter: 8 Jahr/e

Tansania Volker, 32, mit SCI in Tansania, Englischunterricht im Workcamp in Mwanga (Kilimanjaro Region)

 

Vor dem Workcamp

Ich dachte 3 Monate sind mehr als genug zur Planung der Reise (ich blieb insgesamt 2 Monate). Meine Erfahrung ist jedoch, dass die Zeitspanne genau richtig bemessen war. Allein die Impfungen mit all den Zeitabständen die eingehalten werden müssen dauern ca. 2 Monate. Auch der Reisepass hat lange auf sich warten lassen. Und es fällt einem immer noch was ein, was man eigentlich auch noch mitnehmen müsste. So kommen einem dann z.B. Gedanken wie: „Doch ein dünnmaschigeres Moskitonetz mit Imprägnierung, oder „soll ich noch mehr Geld ausgeben und die Schluckimpfung gegen Durchfall besorgen, die der Arzt empfohlen hat?“

Die ersten Tage nach der Ankunft in Dar Es Salaam

Die Fahrt vom Flughafen in Dar Es Salaam zum Basiscamp (ca. 20 Kilometer) hat mich das erste mal spüren lassen, was man unter einem Kulturschock versteht.

Hunderte von Leuten bewegen sich am Straßenrand, oder sitzen in Gruppen bei Bäumen. Andere fahren auf Ihren Fahrrädern Gepaeck herum, das man sicherlich in keinen gewöhnlichen PKW-Kofferraum packen könnte. Die Busse, die die Einheimischen benutzen, heißen Dalla Dallas, sind völlig verbeult, bunt bemalt,  und haben etwa 20 sitze. Aus der Schiebetuer, die eine gute Zeit der Fahrt offen bleibt, ruft der "Schaffner" bei voller Fahrt einfach in die Menge, wo er hinfährt. Die Leute müssen schnell reagieren, wenn sie mitfahren wollen. Ich kann keine Ortschaften erkennen, weil die Menschen einfach überall sind, und es keine wirklichen Häuser gibt. Auf verbeulten Lastwagen stehen auf der Ladefläche im Schnitt 5 Leute, die zum Teil bei voller Fahrt auf der Ladefläche herumspazieren.

Beim Basiscamp der Organisation UVIKIUTA, sehe ich zum ersten mal Affen in freier Wildbahn. Sie schauen mich mit großen Augen an, und bewegen ihren Kopf ruckartig in meine Richtung. Das kann bei einer ganzen Gruppe anfangs ganz schön Angst machen!

Das Basiscamp ist ein Dorf mit mehreren Familien, bei denen die Volunteers untergebracht werden. Es gibt  kein fließend Wasser. Wenn ich duschen will, oder aufs Klo gehe, trage ich das Wasser mit Eimern von der Wasserstelle. Um es zu trinken, muss man es 10 Minuten kochen lassen. Zum Glück kochen die Leute hier für uns.

Es heißt immer, dass die Kinder in Schwarzafrika die Haut der Weißen berühren wollen, um zu sehen, ob es nicht nur Farbe ist. Umgekehrt sind die Schwarzen für mich aber keinen Deut weniger fremd, und die Wirkung, die die Augen von den Kindern hier auf mich haben, ist kaum zu beschreiben.

Teilnehmer

Die Teilnehmer kamen hauptsächlich aus Europa, aber teils auch den USA, Mexiko, oder Südkorea. Die Gruppe hat sich sehr gut arrangiert. Es gibt immer Leute die sich gut, oder weniger gut verstehen, was sich durch die verschiedenen Herkunftsländer noch verstärkt. Doch haben wir es geschafft immer wieder über alles zu reden und deshalb blieb die Stimmung durchweg gut. Es ist wie in Beziehungen: Jeder denkt, er würde alles beisteuern, der andere nichts. Wenn das alle tun, klappt es.

Die Organisation und der Kontakt zu Einheimischen

Die Organisation UVIKIUTA habe ich mit gemischten Gefühlen erlebt. Einerseits ist es eine organisatorische Leistung, dass so ein Camp in Tansania überhaupt stattfinden kann. Das ist sehr lobenswert, stellt es doch eine Möglichkeit für Campteilnehmer dar, einen weit entfernten Teil der Erde auf eine besondere Art und Weise kennen zu lernen und ermöglicht den Einheimischen gleichzeitig den Kontakt mit Weißen, die gerne helfen möchten. Andererseits erkennen die Leute von UVIKIUTA meiner Meinung nach nicht, welche Art von Leuten an solchen Camps teilnehmen, sondern scheren die „Weißen“ über einen Kamm. Zunächst, so mein Eindruck, werden Weiße als „reich“ betrachtet. Erst viel später, und nur wenn man Glück hat, kommt es zu echtem persönlichem Kontakt. Jedoch schwingt der Unterschied der zwei Welten ständig mit, nicht nur bei UVIKIUTA. Ihn zu überwinden halte ich nach den gemachten Erfahrungen für unmöglich.

Ganz allgemein schwebt man in Tansania zwischen zwei Extremen: „Diese Leute haben viel weniger als ich, deshalb zahle ich gerne noch die vergleichsweise teure Gebühr (ca. 15,- Euro) für die Übernachtung im Basislager und die vergleichsweise teuren Gebühren für den Ausflug in den Nationalpark und gebe den Local-Volunteers noch ein Dankeschön.“ Umgekehrt aber: „Ich habe doch sowieso schon Gebühren an SCI und UVIKIUTA gezahlt, weshalb soll ich noch für andere Dinge zahlen? Und außerdem bin ich doch sowieso schon hier, um unentgeltlich zu helfen.“

Vergleichsweise teuer sind die oben genannten 15,- Euro pro Nacht deshalb, weil man mit diesem Betrag als Einheimischer in Städten in Tansania  die Monatsmiete für ein Einzelappartement bestreiten kann! Auch der genannte Ausflug (zu Lake Manyara und Ngorongoro Krater) war im Vergleich zu Angeboten die verschiedene Campteilnehmer und ich eingeholt haben überteuert. Man will ja als Campteilnehmer - als eine Art kleiner Botschafter -  kein schlechtes Bild seines Landes vermitteln, dadurch dass man von der Organsiation angebotenes Programm ablehnt. Und man ist ja aus humanitären und idealistischen Gründen da. Deshalb sind dann trotz des Wissens über den zu hohen Preises fast alle Campteilnehmer mitgefahren. Die Tour war leider schlecht organisiert, und viele Campteilnehmer bekamen den Eindruck, die Preise seien in keiner Weise gerechtfertigt gewesen. Sobald das Thema mit dem Campleader angesprochen wurde, kam eine äußerst kalte, harte und unverständnisvolle Reaktion. Die Enttäuschung bei den Campteilnehmern war groß. Genau so etwas wollten wir doch vermeiden, da es doch um das Überbrücken von Unterschieden geht! 

Den oben beschriebenen Spagat zwischen Wohltätigkeit einerseits, und sich ausgenutzt fühlen andererseits, durchlebt man in Tansania jeden Tag auf die eine oder andere Weise, weil die Leute Geld oder andere materielle Zuwendung von Weißen erwarten und auch häufig einfordern. Einer der am häufigsten gehörten Sätze in dem Land war für mich: „Give me my pen“, womit die Kinder sagen wollen, dass man ihnen SEINEN EIGENEN Stift geben soll. Was tut man also? Einen Stift aus der Tasche holen und verschenken, weil man ja so viele hat und helfen will? Oder „Nein“ sagen, weil man das Betteln bzw. Einfordern nicht noch verstärken will, und es die Einheimischen letztlich nur unselbständig macht?

Die Arbeit

Wir haben zwei Wochen lang in 3er bzw. 4er Gruppen Englisch unterrichtet. Die Schüler waren zwischen 8 und 40 Jahren alt, und der Unterricht dauert täglich etwa 6 Stunden. Danach Vorbereitung der Stunden des Folgetages. Zunächst haben vielleicht ein bis zwei Schüler pro Klasse verstanden, was wir wollten. Es war sehr frustrierend. Zum Glück ging es nach der ersten Woche besser. Trotzdem ist die Kombination von Unkenntnis der gesamten Lebensweise mit der Unkenntnis der Muttersprache der meisten Tansanier eine unglaubliche Barriere. Jede Verhaltensweise kann man auf hundert Arten deuten, und jede Deutung beruht stark auf Klischees und Informationen durch Medien aus unserer Welt. Man fühlt sich machtlos und zugleich als wäre man unfair und soll gleichzeitig Englisch unterrichten.

Sinnvoll wäre es, das Workcamp über 3 Wochen gehen zu lassen, und die erste Woche ausschließlich die Planung und Organisation des Unterrichts freizuhalten.

Organisation des Küchenteams

Diese hat insgesamt gut funktioniert, was nicht zuletzt an einer sehr fleißigen Tansanierin lag, die von vornherein insbesondere für den Küchendienst eingeteilt war. Natürlich haben wir ihr nach einem vom Campleader angefertigten Plan auch immer geholfen, aber sie war einfach die Küchenchefin. Das Essen war für tansanische Verhältnisse sehr gut. Ich habe auch vieles gern gegessen, während andere sich mit dem Geschmack der einheimischen Küche weniger gut arrangieren konnten und sich auch mehr Abwechslung im Speiseplan wünschten.

Vorbereitung durch den SCI

Hier möchte ich mal ein Lob aussprechen. Das Vorbereitungstreffen war sehr gut organisiert und man gespürt wie sehr die Mitglieder des SCI hinter ihrer Sache stehen. Schade finde ich, dass kritische Anmerkungen zu den Ländern eher stiefmütterlich behandelt werden. Aber sie gehören dazu. Trotzdem ein wunderbares Wochenende, informativ und sehr lustig!

Fazit

Alles in allem bleibt Tansania eine unglaublich wichtige Erfahrung für mich. Ich habe wirklich etwas über die Welt gelernt. Bei der Rückkehr nach Deutschland (nach einem zwei-monatigem Aufenthalt in Tansania) konnte ich nicht fassen, wie ruhig es hier ist, wie sauber die Luft riecht, und dass Leute sich unter anderem an Verkehrsregeln halten. Umgekehrt viel mir aber auch zum ersten mal eine große Distanziertheit zwischen den Leuten hier auf. All diese Dinge kann man zwar beschreiben. Doch nur wer es erlebt hat weiß wovon ich spreche.